Segel-Manöver & Co

Nach so viel Hafen-Gedöns freue ich mich nun drauf, endlich mit Euch hinaus aufs freie Wasser zu fahren. Mit Unterstützung des elektrischen Auto-Pilots, der das Boot auf Kurs hält , kann man schon im Hafen damit beginnen alle Leinen und Fender in der Backskiste zu verstauen. Danach können wir bereits die Segel zum Setzen vorbereiten. Dazu zählt neben dem Aufklaren alle notwendigen Leinen und Schoten, auch das Wegnehmen etwaiger Segel-Abdeckungen oder Bändsel.

Segel setzen

Sobald wir freies Wasser erreicht haben, können wir nun die Segel setzen. Wie üblich zunächst das Groß- und anschließend das Vorsegel.

  • Im Cockpit geben wir zunächst etwas Lose in die Großschot und reduzieren außerdem unsere Geschwindigkeit. Die Lose in der Großschot soll dafür sorgen, dass der Baum beim Setzen des Großsegels etwas im Wind schwingen kann und so kein hinderlicher Winddruck im Tuch entsteht.

Die (Einhand) Wende

Die Wende gilt als das vermeintlich einfachste Segel-Manöver bei dem das Boot mit dem Bug durch den Wind fährt und im Grunde nur das Vorsegel bedient werden muss. Für die dafür notwendige Kursänderung nutze ich den schon eingangs erwähnten elektrischen Auto-Piloten. Also los:

  • Ausgangskurs für die Wende ist ein Kurs hoch am Wind. Soll heißen, die Segel sind dicht geholt und das Boot wird mit einem Winkel zwischen 50 und 60 Grad zum Wind gesteuert.

  • Bevor wir die Wende einleiten, nehmen wir bereits die leewärtige Vorschot auf Standby. Gerade bei viel Wind ist hier natürlich entsprechender Zug auf Schot und ihr solltet mindestens zwei Törns auf der Winsch belassen, um die Leine sicher und gut halten zu können. Alternativ könnt ihr die Schot aber auch bis zur Wende selbst belegt lassen und erst dann loswerfen.

Die (Einhand) Halse

Nun also zur Halse, bei der das Boot nicht mit dem Bug, sondern dem Heck durch den Wind fährt. Klingt soweit nicht weiter schlimm. Trotzdem ist die Halse das etwas schwierigere Manöver, vor dem so mancher Skipper Respekt hat. Das liegt in erster Linie an den Gefahren, die sich aus nicht korrekt gefahrenen Halse bzw. einer Fehleinschätzung der Bedingungen ergeben können:

  • Ausgangskurs für die Halse ist ein sogenannte sicherer Raumwind-Kurs. Sicher bedeutet dabei, dass wir soweit abgefallen sind, dass der Wind von schräg achtern einfällt, wir aber bis zum eigentlichen Durchwandern des Windes am Heck etwa 20 Grad Luft lassen. So haben wir selbst bei unruhigen Bedingungen und einem ggf. stark gierenden Boot noch einen gewissen Sicherheits-Puffer, bevor der Wind von der anderen Seite des Bootes bläst. Sollte der Wind nämlich zu früh bzw. ungewollt am Heck durchwandern, droht die sogenannte Patenthalse bei der der weit aufgefierte Baum unkontrolliert von einer zu anderen Seite überschlägt und das Vorsegel gefährlich back steht.

  • Da der Wind zudem nun achterlich einfällt, kommt uns die gefühlte Windstärke (der sog. „scheinbare Wind“) nun deutlich schwächer als noch bei einem Am-Wind-Kurs vor. Der Wind ist aber natürlich noch in voller Stärke da. Auch insoweit solltet ihr also sehr wachsam sein.

Um all diesen Gefahren möglichst aus dem Wege zu gehen und das Manöver zusätzlich einfach und unkompliziert zu halten, habe ich mir für das Einhand halsen zwei Varianten gewöhnt:

Halsen mit geborgenem Vorsegel

Wende statt Halse

Die zweite Variante für eine sichere Einhand-Halse ist: Die Wende ! Ja, ihr habt richtig gelesen. Denn anstatt zu halsen kann man nämlich auch einfach wenden:

Segel bergen

Kommen wir nun zum letzten Teil des Kapitels „Segel-Manöver“, dem Segel bergen. Eigentlich keine große Sache:

  • Die Maschine läuft und sorgt zusammen mit dem Großsegel für etwas Vorausfahrt. Der Kurs wird derweil von unserem elektrischen Auto-Piloten gehalten.

  • Als Erstes bergen wir nun das Vorsegel. Dazu fieren wir die Lee-Vorschot so weit, bis das Segel beginnt zu killen. Mit der Holeleine der Rollanlage können wir das Segel nun nach und nach einrollen, während die Vorschot weiter gefiert wird.

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