HanseNautic
Yachticon
Marina Kröslin

Wieder daheim
Inzwischen hat mich der Alltag wieder. Auch wenn mein Segelsommer im Vergleich zu dem, was die Einhandprofis machen, ein besserer Kindergeburtstag war, hat der Törn seine Spuren bei mir hinterlassen. Es wird ein paar Wochen dauern, bis ich wieder fit bin. Im Moment spüre ich jeden Knochen einzeln und mein Bett würde ich am liebsten erst mal nicht mehr verlassen...

Hier noch mein OSTAR 2009 in Zahlen:

Dauer: vom 03.05.09 bis zum 26.07.09 (84 Tage)
Meilen: 7.882 (93,8 pro Tag, inkl. Hafentage)
Motorlaufzeit: 95,5h

Größere Schäden waren: Autopilot durchgebrannt, Radarwarner defekt, Unterwanten (von John Mast) dreifach angebrochen. Ansonsten ließen sich alle weiteren Schäden mit Bordmitteln beheben.



Tag 29 und 30 und 7 Stunden 35 Minuten
Nach 30 Tagen, 7 Stunden und 35 Minuten sowie einer nonstop gesegelten Strecke von 3.880 Seemeilen habe ich in Kröslin/M-V fest gemacht. Boot ok. Skipper auch, aber ziemlich erschöpft. Im Verlauf der Woche mehr, jetzt erst mal ab in die Koje.

Datum: 26.07.2009 09.33 Uhr



Die letzten Meilen...
Das Kattegat ist im Vergleich zum Atlantik ein friedlicher Ort. Alleine die fehlende Dünung und der Umstand, dass
das Echolot hier immer Grund findet, gibt diesem Seegebiet den Charakter eines Binnenreviers. Ich habe Laesö und Anholt passiert und halte auf den Öresund zu. Die Fock ist geborgen, damit ich die Nacht noch im offenen Wasser habe, bevor es morgen mit dem ersten Licht in den Sund gehen soll. Ich zähle gerade acht Frachter und einen Fischer um mich herum - Schlaf dürfte zum Problem werden.

Datum: 24.07.2009 21.36 Uhr



Rückweg Tag 27 und 28
Zum achten Mal in meinem Seglerleben habe ich Lindesnes, die Südspitze Norwegens, gerundet. Mit mir zusammen waren gestern Nacht ca. 90% der Welthandelsflotte und alle Fischer Norwegens in dieser Gegend unterwegs, was die Sache etwas anstrengend gemacht hat. Einem Frachter musste ich ausweichen, nachdem dieser mir mein Wegerecht hartnäckig vorenthalten hat. Als ich dann mit killenden Segeln und eingeschaltetem Deckslicht ca. 200 Meter neben seiner Bordwand trieb, ist dort auf der Brücke dann jemand aufgewacht. Dieser Jemand hielt es für eine gute Idee erst einmal aufzustoppen, was die Sache für mich nicht einfacher gemacht hat. Ich habe den Motor angemacht und bin am Heck des Frachters vorbei motort. Danach war ich wenigstens richtig wach. Skagen liegt noch 50 Meilen voraus. Dann bin ich wieder in der Ostsee. Juhu!!

Bilanz Tag 27: 121 Meilen über Grund
Position: 58.05 N, 005.02 E
Schäden: keine
Bilanz Tag 28: 131 Meilen über Grund
Position: 57.49 N, 009.13 E
Schäden: Radarwarner tot

Datum: 24.07.2009 00.43 Uhr


Rückweg Tag 25 und 26
Seit einem Tag bin ich in der Nordsee, nachdem ich die Orkney Inseln nördlich passiert habe. Ich hatte auch eine Passage durch den Pentland Firth, also der Enge zwischen den Orkney Inseln und dem Festland ins Auge gefasst. Diese hätte ca. 20 Meilen gespart. Dafür gibt es wegen der starken Gezeitenströmungen dort nur ein schmales Zeitfenster für die Durchfahrt. Während die Passage durch den Pentland Firth in meinem englischen "Reeds" so beschrieben ist, dass selbst einfache Geister wie ich sofort wissen, wann sie wie zu fahren haben, macht es das deutsche Seehandbuch seinen Lesern nicht so einfach. Hier muss man erst mal etwas Theorie zum Thema Strömungen über sich ergehen lassen. Höhepunkt: "Die Geschwindigkeit dieser ´hydraulischen Ströme´ ändert sich etwa proportional zur Quadratwurzel aus der Höhendifferenz des Wassers an den beiden Enden der Durchfahrt." Ich bin also außen um die Orkneys herum gesegelt, was aufgrund der Tide unter dem Strich wahrscheinlich sogar der schnellere Weg war.
Die Nordsee zeigt sich bislang friedlich und der Schiffsverkehr hält sich in Grenzen. Trotzdem ist das Radar jetzt immer an, wenn ich schlafe. Achteraus liegen vier Bohrinseln und die norwegische Küste ist nur noch 120 Seemeilen entfernt. Das Beste: hinter mir liegt ein schöner Segeltag. Nach über drei Wochen auf See der Erste...

Bilanz Tag 25: 126 Meilen über Grund
Position: 59.17 N, 001.02 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 26: 114 Meilen über Grund
Position: 58.55 N, 002.29 E
Schäden: keine
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Datum: 22.07.2009 00.49 Uhr


Rückweg Tag 23 und 24
Dauerregen, Starkwind, Schiffsverkehr, Unterwant angebrochen, letzte Tafel Schokolade aufgegessen: Beam me up!

Bilanz Tag 23: 126 Meilen über Grund
Position: 58.21 N, 008.08 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 24: 112 Meilen über Grund
Position: 59.04 N, 004.53 W
Schäden: Backbord Unterwant angebrochen

Datum: 20.07.2009 08.19 Uhr

Rückweg Tag 21 und 22
Nach 21 und einem halben Tag endlich "Land", endlich Europa. Land habe ich deswegen in Anführungszeichen gesetzt, weil das, was ich gesehen habe, nicht wirklich unserer Vorstellung von Land entspricht. Vielmehr handelt es sich um einen ziemlich weit draußen im Atlantik stehenden Felsen, der auf den schönen Namen Rockall hört. Das nächste "echte Land" liegt gut 150 Meilen weiter westlich und ist die Insel St. Kilda. Ich war 1998 schon einmal dicht bei Rockall, als ich einhand auf dem Weg von den Azoren zu den Färöer Inseln war. Damals wie heute war bis auf einen kleinen Betonsockel nichts vom dem dort angeblich vorhandenen Leuchtfeuer zu sehen. Ich habe den Verdacht, dass sich die Engländer nicht die Bohne um das Leuchtfeuer kümmern. Es reicht völlig, zu behaupten, es würde dort ein Feuer unterhalten, um den strittigen Gebietsanspruch auf den Felsen aufrecht zu erhalten. So nach dem Motto: "Wir haben seit 30 Jahren ein Leuchtfeuer auf dem Felsen, also gehört er uns." Dann legt man zum Beweis ein paar nautische Unterlagen auf den Tisch, auf denen eben dieses Feuer verzeichnet ist. Dass dieses Feuer kaum je in Betrieb war, muss man dann erst mal beweisen. Wenn ich mich recht an das erinnere, was ich mir damals zu Rockall angelesen haben, dann haben die Engländer in den 1970er Jahren sogar einen Soldaten auf dem Felsen abgesetzt, der dort eine Zeit lang ausharren musste, was als Inbesitznahme von Rockall gelten sollte. Genutzt hat es nicht viel. In meinem Atlas von 2004 ist die Zugehörigkeit von Rockall noch als "umstritten" ausgewiesen. Nur gut, dass die Zeiten vorbei sind, in denen man sich in Europa wegen so etwas den Krieg erklärt hat. Ich hatte die Hoffnung, von Rockall ein paar bessere Fotos als bei meinem letzten Besuch machen zu können. Leider war es regnerisch, als ich den Felsen passiert habe. Wäre ich vier Stunden später dran gewesen, hätte ich strahlenden Sonnenschein gehabt....

Bilanz Tag 21: 120 Meilen über Grund
Position: 57.12 N, 14.52 W
Schäden: Haltestift des Autopiloten (mal wieder) gebrochen
Bilanz Tag 22: 123 Meilen über Grund
Position: 58.05 N, 11.29 W
Schäden: keine
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Datum: 18.07.2009 00.51 Uhr

Rückweg Tag 19 und 20
Nach Durchzug des Starkwindfeldes kam, na was wohl, eine Flaute. Dafür scheint die Sonne und auch ein paar Tölpel haben sich blicken lassen. Zudem bin ich an einem armlangen toten Kalmar vorbei gedümpelt, der feuerrot an der Wasseroberfläche vor sich hin waberte. Grusel.
Immerhin habe ich nach 20 Tagen genau 2/3 des Heimweges geschafft. Alles im Plan also. Mit der Hygiene auf Langfahrt ist es ja manchmal nicht einfach. So liegt meine letzte Dusche nun schon drei Wochen zurück. Um mir die Illusion von Sauberkeit zu verschaffen, habe ich einfach mal zum Deo gegriffen und beherzt auf den Sprühkopf gedrückt.
Was dann kam, war - zumindest wenn man der Firma Schwarzkopf&Henkel glauben kann - ein "dynamisch-männliches und belebendes Erlebnis". Trotzdem freue ich mich auf eine richtige Dusche.
Nach Jahren habe ich mal wieder "Allein in der Arktis" von Axel Czuday gelesen. Der ist in den 1970er Jahren meist alleine in arktischen Gewässern herumgeschippert. In Sowjetzeiten hat er sich an der Nordostpassage versucht, ist im Winter um Island gesegelt und war auch in der Nähe des magnetischen Nordpols, wo ihn ein Eisbrecher freischleppen musste. Man tritt Czuday wohl nicht zu nahe, wenn man sagt, dass seine Reisen allesamt mit einer Portion Wahnsinn gewürzt waren. Bei manchen Erlebnissen stellt sich gar die Frage nach Fakt oder Fiktion. Egal. Aufgrund meines Faibles für schräge Vögel und Segelbücher, in denen das Wort "Fuck" vorkommt (sicherlich für sich kein Qualitätsmerkmal...), gibt es für dieses Buch von mir fünf Sterne.

Bilanz Tag 19: 120 Meilen über Grund
Position: 55.33 N, 20.34 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 20: 107 Meilen über Grund
Position: 56.30 N, 17.25 W
Schäden: keine


Datum: 16.07.2009 10.54 Uhr


Rückweg Tag 17 und 18
Im Morgengrauen des 17. Tages habe ich steuerbord voraus eine Segelyacht gesehen. Die Entfernung war vielleicht vier Meilen, der Kurs Ost Richtung Irland. Kein Funkkontakt. Kurz darauf hat mich ein Tanker überholt, ohne das mein Radarwarner dass getan hätte, was sein Job ist. Wie es auf Tankern unter liberianischer Flagge üblich ist, wird man dort sicher ganz, ganz aufmerksam Wache gehen und hat deswegen auf das Radar verzichtet. Ja, da bin ich mir ganz sicher.
Kurz später setzte Starkwind aus Norden ein, der mich nun schon seit eineinhalb Tagen hoch am Wind segeln lässt. Die Windgeschwindigkeit pendelte zwischen 20 und 35 Knoten, kurzzeitig waren es auch 40. Da reichte dann die kleine Fock. Eigentlich wären dies gute Bedingungen gewesen, auch einmal mein Trysegel auszuprobieren. Die orange Farbe hätte dem ganzen etwas Dramatik verliehen. Es ist beim Gedanken geblieben, für die Umsetzung war es mir einfach zu nass an Deck.

Bilanz Tag 17: 153 Meilen über Grund
Position: 54.12 N, 26.30 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 18: 108 Meilen über Grund
Position: 54.41 N, 23.40 W
Schäden: keine

Datum: 14.07.2009 00.50 Uhr

Rückweg Tag 15 und 16
Am 15. Tag war bei mir Bergfest. Die Hälfte der 3.750 (Großkreis-) Meilen bis zu meinem Heimathafen lag hinter mir. Im Schnitt war ich damit etwas langsamer als auf dem Hinweg. Dies zum einen deshalb, weil eher zu wenig als zu viel Wind wehte und zum anderen, weil ich im Fahrtensegler-Modus unterwegs bin. Dies hieß zum Beispiel die letzten Tage, dass ich abends ins Bett gegangen und morgens wieder aufgestanden bin. Das ist ein schönes Stück Lebensqualität hier draußen, mit der in der Nordsee spätestens Schluß sein wird. Auf meinem Nordatlantikübersegler bin ich jetzt im oberen rechten Viertel, was schon fast für Heimatgefühle gut ist. Leider kommen auf diesem Törn die schwersten Meilen zum Schluß. Bislang habe ich auf dem Rückweg übrigens mehr Wale als Berufsschiffe gesehen. In den letzten fünf Tagen hat mein Radaralarm nicht einmal gepiepst. Als ich hier 1998, 2001 und 2003 unterwegs war, war hier mehr los, meine ich. Vielleicht war mein Schlaf damals aber auch nicht so tief...
An Bord habe ich das Buch "Sir Thomas Lipton Wins", geschrieben 1969 vom damaligen OSTAR Gewinner Geoffrey Williams. Ich habe es günstig antiquarisch gekauft und war ganz begeistert, als ich gestern bei den letzten Seiten angekommen war und feststellen musste, dass einige Seiten dort nicht richtig auseinander geschnitten waren. Es hat also 40 Jahre gedauert, bis jemand dieses Buch auch mal zu Ende gelesen hat.

Bilanz Tag 15: 151 Meilen über Grund
Position: 51.26 N, 32.33 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 16: 131 Meilen über Grund
Position: 52.50 N, 30.01 W
Schäden: keine

Datum: 12.07.2009 00.53 Uhr

Rückweg Tag 13 und 14
Die Neufundlandbänke habe ich hinter mir gelassen und kann jetzt direkt auf die Nordspitze Schottlands zuhalten. Die Wettervorhersage für die nächsten drei Tage ist gut und an Bord geht alles seinen üblichen Gang.
Auch was den normalen Verschleiß betrifft. Mein 23 Jahre altes Vorsegel liegt in den letzten Zügen und mich würde nicht wundern, wenn bald nur noch ein paar Fetzen am Vorstag hängen. Sonst gilt aber: Boot und Skipper ok.
Gestern habe ich Wale springen sehen. Es ist ein seltsamer Anblick, wenn aus dem Horizont plötzlich ein großer schwarzer Fleck aufsteigt, der dann in einer Gischtwolke wieder im Meer verschwindet. Fotografieren war leider unmöglich.
Wie ich gehört habe, ist gestern Geoff Alcorn mit seiner Wind of Lorne als letzter OSTAR Teilnehmer in Newport angekommen. Fast 45 Tage sind eine lange Zeit und soweit ich weiß, hat er einen großen Teil der Zeit davon ohne Selbststeuerung und ohne Motor zum Laden der Batterien verbringen müssen. Solche Pechvögel sind im Grunde genommen die wahren Helden solcher Regatten. Den Rekord für die längste Überfahrt konnte er allerdings nicht brechen. Den hat Peter Crowther 1972 mit 88 Tagen aufgestellt. Peter hat ja auch am OSTAR 2009 teilgenommen und diesmal nur rund ein Drittel dieser Zeit gebraucht. Allerdings war mein Eindruck von Peter Crowther, dass Zeit auf dem Meer für ihn keine Bedeutung hat. Zumindest so lange nicht, wie noch ein guter Schluck Rotwein an Bord ist.

Bilanz Tag 13: 102 Meilen über Grund
Position: 48.20 N, 38.58 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 14: 164 Meilen über Grund
Position: 49.53 N, 35.39 W
Schäden: keine

Datum: 10.07.2009 01.14 Uhr


Rückweg Tag 11 und 12
Sorry, heute keine Lust zu schreiben. Boot und Skipper ok.

Bilanz Tag 11: 149 Meilen über Grund
Position: 45.35 N, 43.06 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 12: 137 Meilen über Grund
Position: 47.09 N, 40.40 W
Schäden: Spibaumbeschlag angebrochen


Datum: 08.07.2009 00.38 Uhr

Rückweg Tag 9 und 10
Ich bin so weit nach Norden geraten, dass ich ohne einen großen Umweg zu segeln nicht um das Eisberggebiet herumgekommen wäre. Ich habe daher beschlossen, es an einer Stelle zu passieren, an der Eissichtungen nur in zwei 40 mal 60 sm großen Bereichen verzeichnet sind. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit mit den drei Eisbergen dort zu kollidieren? Obwohl ich schon mit dem kleinen 1x1 Probleme habe, habe ich mich an einer Wahrscheinlichkeitsrechnung versucht. Ergebnis: Wenn ich blind durch das Gebiet hindurch segele, beträgt die Kollisionswahrscheinlichkeit 1 zu 1.100. Auch wenn ich zu meinen Rechenkünsten kein rechtes Vertrauen habe, bin ich auf 43 Grad Nord durch das Gebiet hindurch gesegelt. Es waren nur 80 Meilen, die ich zur Hälfte bei Tageslicht passieren konnte. Leider verschlechterte sich die Sicht in dem Moment, in dem ich in den ersten eisberggefährdeten Bereich eingefahren bin, drastisch. Sichtweite vielleicht 50 Meter. Ich habe dann das Radar eingeschaltet und so dicht es geht eine Alarmzone um das Boot gelegt, um auch noch vor schwachen Echos gewarnt zu werden. Zusätzlich habe ich den Klüver weggenommen, um die Fahrt von 6,5 auf 4,5 Knoten herunter zu bringen. Langsam genug, um die Kollision mit einem Eisberg zu überstehen. Hoffe ich. Auch wenn es auf der Nordsee wohl wahrscheinlicher ist mit irgendwem oder irgendwas zusammen zu stoßen, als hier einen Eisberg zu treffen, ist mir die Nacht buchstäblich auf den Magen geschlagen und ich musste eine Tablette gegen Magenschmerzen schlucken. Das nächste Eis, mit dem ich zu tun haben möchte, schmeckt hoffentlich nach Schokolade...

Bilanz Tag 9: 142 Meilen über Grund
Position: 42.56 N, 49.02 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 10: 165 Meilen über Grund
Position: 43.55 N, 45.38 W
Schäden: Drahtseil der Baumniederholertalje gerissen

Datum: 06.07.2009 01.07 Uhr

Rückweg Tag 7 und 8
Die Tage sieben und acht haben mich meinem Ziel zusammen nur knapp 100 Meilen näher gebracht. Dies lag nicht etwa an dem Nebel, den ich die meiste Zeit hatte, sondern daran, dass kaum Wind wehte. Und wenn es Wind gab, dann aus der falschen Richtung, weswegen ich kreuzen musste. Das alte Spiel eben.
Als ich im Jahr 2003 von Halifax/Kanada nach Irland gesegelt bin, hatte ich hier praktisch 10 Tage am Stück Nebel und schwache Winde. Immerhin gab es einen Sozialkontakt. Mit dem Wachführer eines Frachters, der sich per Radarwarner angekündigt hat, habe ich über UKW gesprochen und auf meine Existenz hingewiesen, da er direkt auf mich zuhielt (mein Radar ist hier nur an, wenn der Radarwarner Alarm gibt).
Nun kann ich damit leben, wenn das Boot langsam segelt. Ein, zwei Knoten reichen schon. Aber wenn es so gar nicht vorwärts geht und FANFAN! einfach nur mit schlagenden Segeln dahindümpelt, wird mir kribbelig. So kribbelig, dass ich in den letzten zwei Tagen auch ein paar Stunden motort bin. Nervt zwar auch, aber nicht so wie diese elende Dümpelei. Aber damit ich nicht missverstanden werde: Segeln ist ein tolles Hobby, das unendlich viel Freude bereitet. Jeder dafür ausgegebene Euro ist es wert. Und sei es nur, damit man Gelassenheit lernt. Ohmmmmmmm...

Bilanz Tag 7: 95 Meilen über Grund
Position: 42.52 N, 54.06 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 8: 92 Meilen über Grund
Position: 42.48 N, 52.14 W
Schäden: keine

Datum: 04.07.2009 00.56 Uhr

Rückweg Tag 5 und 6
Sechs Tage lang bin ich auf Backbordbug hoch am Wind Richtung Nordosten gesegelt. Die Wettervorhersagen waren bislang weitgehend unbrauchbar und es ist lustig, wenn die Windpfeile der Vorhersage-Grib Files auf der
elektronischen Seekarte bisweilen genau aus der Richtung kommen, in die ich gerade segele. Leider bin ich durch den Südostwind zu weit nach Norden gekommen. Um das Eisberggebiet zu umgehen, muss ich nun wieder ein Stück nach Süden gut machen. Nachdem Tag 5 ein schöner Badehosentag war, hat es mich jetzt wieder in kaltes Wasser verschlagen. Nebel, Nebel, Nebel. Wenig Wind. Kabbelige See. Alles grau in grau. Aber, das möchte ich ausdrücklich betonen, trotz allem ist Segeln natürlich ein ganz, ganz tolles Hobby.

Bilanz Tag 5: 124 Meilen über Grund
Position: 42.44 N, 57.43 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 6: 117 Meilen über Grund
Position: 43.30 N, 55.45 W
Schäden: keine


Datum: 02.07.2009 04.00 Uhr

Rückweg Tag 3 und 4
Auf dem Rückweg habe ich mich bislang südlicher als auf dem Hinweg gehalten. Dies, wegen der inzwischen weit nach Süden verschobenen Eisberggrenze. Deswegen segele ich schon seit zwei Tagen im Golfstrom. Manchmal zumindest. Über Stunden hinweg ist es warm, ja fast schwül, hoch aufgetürmte Quellwolken ziehen über den Horizont, im Wasser treiben Sargassogras und Portugiesische Galeeren. Sogar einen Fliegenden Fisch habe ich gesehen. Und wenn sich nicht gerade ein Stück Seegras in der Logge verfangen hat, zeigt diese einen Knoten mehr als das GPS Gerät an. Oft ist die See dann kabbelig und passt so gar nicht zum Wind. Dann wieder wird es diesig, das Meer grau, die Temperaturen fallen und das Seegras ist verschwunden. Ich meine sogar, dass das Meer dann auch anders riecht. Der Golfstrom ist eben keine flußgleich nach Osten ziehende Strömung. Hier wechseln sich Warm- und Kaltwasserwirbel ab, die mal Schiebe- und mal Gegenstrom bringen. Unvorstellbar, was da für Wassermassen bewegt werden. Gestern konnte ich noch normale UKW Radiostationen empfangen. Dabei war das nächste Land, die Südspitze Neuschottlands, über 140 Seemeilen entfernt. Keine Ahnung, wie so etwas funktionieren kann. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, so weit auf See schon einmal UKW-Radioempfang gehabt zu haben.


Bilanz Tag 3: 124 Meilen über Grund
Position: 41.52 N, 63.01 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 4: 132 Meilen über Grund
Position: 42.15 N, 60.13 W
Schäden: keine


Datum: 30.06.2009 00.51 Uhr

Rückweg - Tag 2
Heute hatte ich viel Nebel. Ich mag es, wenn das Boot dann wie in Watte gehüllt ist. Zumindest dann, wenn ich weiß, dass kein Schiff in der Nähe ist. Eines hatte ich ganz dicht bei mir. Auf dem Radar war zu sehen, wie mich ein Schiff in 0,5 Seemeilen Abstand passiert hat. Mit eigenen Augen habe ich nichts davon mitbekommen. Trotzdem weiß ich, dass es ein Fischerboot war. Um das heraus zu finden, musste ich nur die Nase in den Wind halten.

Bilanz Tag 2: 152 Meilen über Grund
Position: 40.53 N, 65.18 W
Schäden: keine


Datum: 28.06.2009 01.56 Uhr


Rückweg - Tag 1
Gestern habe ich Newport mit Kurs Richtung Heimat verlassen. Die Großkreisentfernung zu meinem Heimathafen ist 3.300 Seemeilen. Weil dazwischen noch etwas Land und ein paar Eisberge liegen (die Eisberggrenze liegt derzeit fast auf der Breite von New York!), beträgt die wenigstens zu segelnde Distanz rund 3.800 Meilen. Einen Monat habe ich für diese Strecke veranschlagt, wobei ich mir über die Route noch nicht ganz klar bin, wahrscheinlich geht es nördlich um Schottland herum. Um schnell wieder Zuhause zu sein werde ich alle meine Grundsätze über Bord werfen und nicht davor zurückschrecken, auch mal ein paar Meilen zu motoren, wenn der Wind ausbleiben sollte. Bis auf zwei Teilnehmer haben alle das OSTAR inzwischen beendet oder aufgegeben. Bei den beiden verbliebenen Seglern sind die Selbststeueranlagen ausgefallen (und noch einiges mehr), was das Vorwärtskommen naturgemäß sehr verlangsamt. Beide sind aber (noch) willens, das Rennen zu Ende zu segeln. Mir ist ja auch ein Autopilot ins Nirvana entschwunden. Leider musste ich feststellen, dass einer meiner zwei Ersatzpiloten (der auf der Weltumsegelung schon arg leiden musste) ihm auf diesen Weg gefolgt ist. Jedenfalls hat er einen Testlauf nicht länger als fünf Minuten überlebt. Da ich trotz Windselbststeueranlage nicht nur mit einem elektrischen Piloten losfahren wollte, habe ich mir in Newport gleich doppelten Ersatz besorgt. Zusätzlich habe ich noch 80 Dollar für einen Ersatzmotor für die Schubstange des Autopiloten ausgegeben. Es gibt also eine Windselbststeueranlage, drei elektrische Schubstangen und einen Ersatzmotor an Bord. Denn bei aller Begeisterung für das Segeln: länger als 10 Minuten pro Atlantiküberquerung möchte ich mein Boot nicht mit der Hand steuern.

Bilanz Tag 1: 141 Meilen über Grund
Position: 40.45 N, 68.37 W
Schäden: keine


Datum: 27.06.2009 01.45 Uhr


Seenotfall
In diesem Blog habe ich geschrieben, dass ich mich vor Gianfranco Tortolani auf die Knie werfen werde, wenn wir uns in Newport treffen sollten. Dies, weil er das OSTAR mit 67 Jahren und einem Open 30 in Angriff genommen hat. Eine mehr als sportliche Kombination. Zum Kniefall wird es nun nicht mehr kommen. Tortolani ist von einem Containerschiff übernommen worden, nachdem seine Yacht den Mast verloren hat. Er ist wohlauf, sein Boot hat er allerdings aufgegeben. Mehr auf der offiziellen OSTAR Seite.


Datum: 24.06.2009 00.56 Uhr

Nie wieder OSTAR?
Ich habe mit einigen OSTAR Teilnehmern gesprochen, die sich nicht vorstellen können, noch einmal an diesem Rennen teilzunehmen. Nicht, weil es ihnen nicht gefallen hat. Im Gegenteil. Sie sind mit ihrem Ergebnis so zufrieden, dass sie nicht glauben, ihre Zeit noch unterbieten zu können. Sicher hatten viele Teilnehmer, darunter auch ich, gute Bedingungen (sieht man vom weit südlich reichenden Eis einmal ab). Aber eine Portion Glück - oder Pech - ist nun einmal Teil des Spiels. So hat 1996 die Britin Mary Falk mit ihrer QII (35 Fuß) auf dem Papier weit schnelleren Yachten, darunter ein OPEN 50, das Heck gezeigt. Ihr Rekord für Yachten bis 35 Fuß steht bis heute und wurde auch bei diesem OSTAR, allerdings knapp, verfehlt. Für FANFAN! war diese Atlantiküberquerung die schnellste, die sie je gemacht hat. Die Durchschnittsgeschwindigkeit durchs Wasser liegt bei knapp über 6 Knoten. Meine erste Atlantiküberquerung im Passat hatte, wenn ich mich recht erinnere, einen Schnitt von 5,3 Knoten. Meine Südatlantiküberquerung im Jahr 2003 brachte einen Schnitt von 5,7 Knoten. Wenn man berücksichtigt, dass diese Werte mit dem alten Kiel, ausgeleierten Uraltsegeln und einem vollgepackten Boot, das ohne Regattaambitionen gesegelt wurde, erreicht wurden, erscheinen die 6 Knoten nicht mehr so außergewöhnlich. Auf die Frage des Rennleiters, ob ich bei der nächsten Auflage des Rennens im Jahr 2013 dabei sein will, habe ich jedenfalls nicht mit "Nein" geantwortet.
Das Bild unten zeigt die Bürgermeisterin von Newport, wie sie dem OSTAR Gewinner Jan Kees Lampe den Siegerpreis überreicht. Bei mir hat es immerhin noch für eine goldfarbene Medaille mit der Aufschrift "Medal of Honor" gereicht.
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Datum: 21.06.2009 17.02 Uhr

Zieleinlauf
Der letzte Tag des Rennens war spannend. In den Segelanweisungen stand, dass wir die Insel Nantucket an Steuerbord zu lassen haben. So musste jeder Skipper für sich entscheiden, wie nah er dieser Insel und den ihr weit vorgelagerten Untiefen kommen will. Je näher, desto kürzer der Weg aber auch umso gefährlicher wegen der Untiefen. Ich habe mich für eine mittlere Route entschieden. Auf keinen Fall sollte weniger als 5 Meter Wasser unter dem Kiel sein. Aufgrund der tidenbedingten Strömungen war das Wasser trotz des ruhigen Wetters extrem aufgewühlt und ich war froh, als ich endlich dort durch war. Nachdem ich den Tag über keinen einzigen Fischer gesehen habe, war mit Einbruch der Dunkelheit plötzlich alles voll von diesen Dingern. Schlaf ade. Acht Meilen vor der Ziellinie tauchte aus der Dunkelheit ein großes schwarzes Schlauchboot mit zwei riesigen Außenbordmotoren am Heck auf und hielt in voller Fahrt auf mich zu. Ich wollte schon die Hände heben und sah mich in einem US-Folterknast in Afghanistan verschwinden, als sich die Besatzung als mein Empfangskomitee entpuppte. Mit an Bord der bekannte Segelfotograph Billy Black, der mir eine Tüte mit Erdbeeren als Willkommensgruß rüber gereicht hat. Kurios, aber eine nette Geste allemal.
Etwas später tauchte in der Morgendämmerung von achtern ein Segel auf. "Die British Beagle, dieser Fluch unter Segeln." war mein erster Gedanke. Die "British Beagle" war es dann schließlich nicht, sondern eine andere Yacht, die mit dem OSTAR nichts zu tun hatte. Puh... Konnte ich die Ziellinie zuerst noch anliegen lassen, musste ich wegen eines Winddrehers wenige Meter (!) vor der Linie noch einmal wenden. Schließlich ein Hornsignal. Geschafft. Meine Zeit: 21 Tage, 22 Stunden und 42 Minuten. Ich glaube, aber da bin ich nicht ganz sicher, dass in diesem Moment irgend jemand "Na also, ging doch." gesagt hat. Segel runter, Motor an und dann habe ich noch zwei Damen übernommen, die man zu meiner Unterstützung beim Anlegen im zwei Meilen entfernten Newport Yacht Club für erforderlich hielt. Dort angekommen, gab es noch einen Präsentkorb mit Champagner, Seife, Rasierer und einigen anderen, auf den Einhandseglerbedarf abgestimmten Kleinigkeiten. Dazu ein Schreiben der Organisatoren, das uns bescheinigt, durch die Teilnahme am OSTAR zu Segelhelden geworden zu sein. Gut, so etwas schwarz auf weiß zu haben...
Das Einklarieren war völlig problemlos. Nervig nur, dass man jeden Hafenwechsel den Behörden melden muss. 9/11 lässt grüßen. Im Club konnte ich mich dann abends mit den anderen Teilnehmern austauschen. Huib Swets hatte eine Kollision mit einem Wal. Er hat viel Blut im Wasser gesehen und meint, dass das Tier diese Begegnung kaum überlebt haben wird. Ein anderer ist in einer Flaute 12 Meilen zurück getrieben und noch jemand hatte bis zu 50 Knoten Wind auf der Uhr. Wieder andere haben Eisberge gesichtet. Manche davon näher, als ihnen lieb war. Marco Nannini von der British Beagle ist einige Stunden nach mir eingelaufen. Er hat dann in der Nacht vor dem Zieleinlauf noch mal alles auf eine Karte gesetzt, um mich zu kriegen. Die Untiefen bei Nantucket hat er so knapp passiert, dass er an manchen Stellen sein Vorsegel geborgen hat, damit es nicht ganz so doll kracht, wenn es denn kracht. Aber es ist gut gegangen und er hat dadurch noch ein paar Meilen aufholen können.
Ein paar Teilnehmer lassen ihre Yachten zurück verschiffen. Dies sei sogar günstiger, als auf eigenem Kiel nach Europa zu kommen. Begründung: alleine der Segelverschleiß auf den 3.000 Meilen sei teurer, als die Yacht zu verladen. Auf die Idee, dass ein Satz Segel nach einer oder zwei Atlantiküberquerungen auf sein könnte, bin ich noch gar nicht gekommen. Aber in der Regattawelt ticken die Uhren anders. Auch wenn ich mit meinem Ergebnis zufrieden bin, frage ich mich natürlich was ich hätte besser machen können. Was liegt da näher, als sich die anzuschauen, die es besser gemacht haben. Die neun Segler, die vor mir angekommen sind, sind sicher die besseren Segler in dem Sinn, dass sie ihr Material besser nutzen und auch bereit sind, für mehr Speed Risiken einzugehen, die ich (noch) nicht eingehen würde. Auch sind sie aufgrund ihrer Erfahrung besser als ich in der Lage gewesen, Wetterinformationen richtig zu interpretieren und für sich zu nutzen. Einige konnten von einer nördlicheren Rotenwahl deutlich profitieren. Kurz: hier hat sich ihre Regattaerfahrung bezahlt gemacht, die ich
eben noch sammeln muss. Aber auch vom Material gibt es zwischen mir und den schnelleren Ostaristen deutliche Unterschiede. Diese sind:

- alle Boote vor mir sind aus GFK oder Karbon (kann ich bei FANFAN! kaum ändern, im Rennen gab es ohnehin nur noch eine andere Yacht aus Metall)

- die Meisten haben Wasserballast (macht bei FANFAN! wohl wenig Sinn)

- alle haben hochwertige Regattasegel (bis auf meinen Code 0 hatte ich Dacronsegel. Mein Klüver ist zwar aus Mylar, aber mit einem Alter von 23 Jahren eher eine Antiquität als ein Regattasegel). Hier werde ich nachrüsten, wenn ich noch einmal eine größere Regatta segeln sollte. Insbesondere ein durchgelattetes Großsegel mit einer ordentlichen Achterlieksrundung dürfte (gerade bei Leichtwind im Atlantikschwell) etwas bringen.

- viele haben Karbonmasten (ist mir unter dem Gesichtspunkt von Preis/Nutzen zu teuer) und alle Riggs haben ausgefeilte Trimmmöglichkeiten (geht bei meinem Topprigg nur eingeschränkt).

- alle sind mit teuren Autopiloten ausgestattet. Eine Windfahne ist bei keinem (nicht mal als Backup) vorhanden. Gerade bei achterlichem Wind kann man so deutlich mehr Segel führen, als ich dies mit der Aries oder dem schwächlichen Pinnenpiloten konnte. Hier werde ich ggf. ein System mit Gyrosensor einbauen.

- keine der Yachten wurde als Kutter (Klüver und Fock gleichzeitig) wie FANFAN! gesegelt (auch wenn fast alle ein zweites Vorstag für eine Fock hatten). Wahrscheinlich ist es auf den meisten Kursen effizienter eine Genua oder die Fock zu fahren, statt zwei Vorsegel gleichzeitig.

- die Yachten wurden gewichtsoptimiert, d.h. alles, was nicht wirklich nötig war, wurde von Bord geräumt (ein Teilnehmer hat sich gewundert, als er bei mir an Bord ein gefülltes Bücherschapp gesehen hat: "Viel zu schwer!" war sein Kommentar, und das war nicht als Scherz gemeint). Ich hätte noch einiges von Bord räumen können und dass ich mit halb vollem Diesel- und Wassertank angekommen bin, zeigt, dass auch da noch 200 KG heraus zu holen gewesen wäre (wobei ich für den Fall eines Mastbruchs gerne 100 Liter Diesel zuviel an Bord habe...). Auf meine Idee, gleich den größten Teil des Proviants für die Rückfahrt mit nach Newport zu schippern, wäre von den Regattacracks sicher auch kaum einer gekommen...

All dies sind natürlich Erkenntnisse von mäßiger Originalität, die auch schon vor der Regatta so hätten aufgeschrieben werden können. Insofern ist das Regattaergebnis nur die Bestätigung dessen, was mir jeder Regattasegler auch vorher hätte sagen können (Die Sache mit dem Autopiloten und den Regattasegeln war mir natürlich auch vorher klar. Wer die Preise für solche Sachen kennt, wird erahnen können, warum ich darauf verzichtet habe). Sollte es ein nächstes Mal geben, werde ich jedenfalls an den oben genannten Punkten arbeiten.

Ich werde hier noch einige Tage bleiben und dann den fast 4.000 Meilen langen Heimweg antreten. Wenn etwas Spannendes passieren sollte, werde ich hier noch mal von mir hören lassen.

Schon jetzt möchte ich mich bei den Lesern dieser Seite für ihre rege Anteilnahme bedanken und um Nachsicht bitten: die Mails beantworte ich bestimmt, wenn ich wieder in Deutschland bin.

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Datum: 17.06.2009 18.08 Uhr



Angekommen!
Nur kurz: bin eben angekommen, Zeit 21 Tage, 22 Stunden, 42 Minuten für 3.124 Meilen über Grund. Zehnter Platz von 31 Startern nach gesegelter Zeit. Boot und Skipper ok. Später mehr.

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Datum: 16.06.2009 16.21 Uhr

Endspurt
Nachdem der "British Beagle" nicht so einfach beizukommen war, habe ich es noch mal mit dem Spinnaker probiert. Nachts einhand zu spinnakern ist eigentlich nicht mein Fall. So etwas ist bei mir in der Vergangenheit meist schief gegangen. 125qm Tuch ohne Bergeschlauch sind nicht ganz unproblematisch, wenn der Wind auffrischen sollte. Aber dann kam wieder diese nervige Stimme aus dem Off: "Uwe, warum hast du dir denn das teure Ding gekauft, wenn du nicht den Arsch in der Hose hast, damit auch mal eine Nacht durchzusegeln. Überleg mal, wie viel schlechter dein IRC-Rating ist, nur weil du einen Spi an Bord hast. Nimm dir ein Vorbild an Marco, der hatte seinen Spi zwei Tage am Stück oben." "Und dann ist er ihm weggeflogen." entgegnete ich kleinlaut. "Keine Widerworte, Wurm! Also hoch mit dem Spi, oder ich schick´ dir heute Nacht eine ganze Flotte Fischkutter den Hals." Ja und damit hatte er mich. Denn Fischkutter sind hier auch so einige unterwegs, weswegen erhöhte Wachsamkeit gefragt ist. An der habe ich es gestern Nacht leider kurz mangeln lassen. So konnte ich mir einen Kutter aus nächster Nähe anschauen und nur ein beherzter Griff zur Pinne konnte verhindern, dass mein OSTAR 200 Meilen vor dem Ziel ein vorzeitiges Ende fand. Diese Begegnung wird auf dem Kutter niemanden Nerven gekostet haben. Denn obwohl das Schiff mit voller Fahrt unterwegs war, hielt es niemand für nötig an Deck oder gar auf der (von innen taghell erleuchteten) Brücke zu sein. Die Sache mit dem Spi hat sich dann tatsächlich gelohnt. Die "British Beagle" war heute Morgen nur noch ein kleiner Punkt am Horizont. Und zwar im Osten. Wenn alles gut geht, bin ich morgen in Newport. Bitte für die letzten Meilen die Daumen drücken...

Bilanz Tag 21: 117 Meilen über Grund, 116 Meilen aufs Ziel
Schäden: keine

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Datum: 15.06.2009 14.53 Uhr

Tag 20 - Flachwasser
Ich saß heute Morgen im Cockpit, ließ meinen Blick versonnen über den Horizont schweifen und erfreute mich meines beschaulichen Seglerlebens. Doch leider währte diese Freude nur kurz. Backbord voraus, ja, nach 3.000 Meilen immer noch voraus, tauchte die "British Beagle" auf (das auf dem Papier achtlangsamste Boot der Flotte). Ein schwer erträglicher Anblick. Das Schicksal war gnädig und ließ eine Nebelwand heranziehen, die binnen Minuten alles in Watte gepackt hat und mir den Anblick der "British Beagle" ersparte. Dies ändert natürlich nichts daran, dass sie da ist. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann den, vor ihr in Newport einzulaufen (nach berechneter Zeit kann ich sie ohnehin nicht mehr schlagen). Davon abgesehen kann ich mit dem Stand der Dinge mehr als zufrieden sein. Es sind noch 261 Meilen bis ins Ziel, die in zwei bis drei Tagen machbar sein sollten. Das würde eine Zeit ergeben, die einiges besser ist als die, die ich mir erhofft habe. Aber auch diese Meilen müssen erst einmal gesegelt werden. Derzeit beträgt die Sicht kaum 100 Meter, das Echolot hat erstmals seit Europa wieder Grund gefunden und FANFAN! segelt bei schwachem Wind mit vier, fünf Knoten Richtung Ziel. Gerade habe ich mit Marco, dem Skipper der "British Beagle" gesprochen. Das Radar läuft und es überholt mich etwas zweieinhalb Meilen an Steuerbord. Sobald sich der Nebel lichtet, werde ich als erstes mit dem Fernglas in der Hoffnung achteraus schauen, die "British Beagle" auch mal von vorne zu sehen...

Bilanz Tag 20: Meilen über Grund 131, Meilen aufs Ziel 127
Schäden: keine

Datum: 14.06.2009 14.15 Uhr

Ruhe
Habe gerade die ruhigste See seit dem Start. Nur ein Hauch von Wind und FANFAN! zieht unter Groß und Drifter sanft nach Westen, während es im Osten langsam dämmert. Die Sterne funkeln noch über mir und ich sitze mit einem heißen Milchkaffee im Cockpit. Dies nur, damit in diesem Blog nicht der Eindruck entsteht, segeln sei ein elendes Hobby.

Datum: 14.06.2009 09.48 Uhr


Tag 19 - Kringel im Golfstrom
Nach 18 Tagen konnte ich mich gestern zum ersten Mal richtig waschen. Mit warmem Wasser & Seife und das vom Scheitel bis zur Sohle (im Cockpit, denn es gibt keine Dusche an Bord). Das Schöne am Segeln ist ja, dass man die einfachen Dinge wieder zu schätzen lernt. Jedenfalls haben mir drei Liter Süßwasser selten mehr Freude bereitet als gestern.
Meine Wettervorhersage habe ich mir schon für den Bereich bis Newport geholt, denn so langsam geht es auf die Zielgerade. Es sind noch 388 Meilen bis ins Ziel, die noch sehr lang werden können. Es sind schwache Winde vorher gesagt, die wegen der anhaltenden Dünung schwer zu nutzen sind. Bei 5 Knoten Wind steht auf einem Raumschotkurs leider kein Segel mehr. So dümple ich gerade in einer entnervenden Flaute, in der das Bild unten entstanden ist (ein Screenshot meines Navigationsprogramms). Es hat trotz seiner reduzierten Farbwahl und der auf wenige Elemente beschränkten Formensprache eine ganz besondere Wirkung auf den Betrachter. Zumindest wenn dieser Uwe Röttgering heißt. Es zeigt nämlich, wie FANFAN! in der Flaute vom Golfstrom nach Osten versetzt wurde, was in anbetracht des Umstandes, dass das Ziel im Westen liegt, alles andere als erfreulich ist. Das Bild trägt daher den Titel "Kringel im Golfstrom als Kristallisationspunkt negativer Emotionen". Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich es als limitierten Kunstdruck heraus bringen.

Bilanz Tag 19: 140 Meilen über Grund, 131 Meilen aufs Ziel
Schäden: keine

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Datum: 13.06.2009 14.06 Uhr

Flaute
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Datum: 13.06.2009 10.18 Uhr

Tag 18 - Lange Arme
Heute Nacht ist der erste OSTAR Teilnehmer in Newport angekommen. Rund 17,5 Tage hat Jan Kees Lampe gebraucht. Damit war er bis zum Zieleinlauf im Schnitt 1,3 Knoten schneller als ich. Herzlichen Glückwunsch!
Ich hatte gestern buchstäblich eine Lehrstunde in gefühlter Technikabhängigkeit. Mein Einbau-GPS ging nicht mehr. Kein Empfang. Ich habe mein Handgerät aus dem Notfallcontainer geholt: kein Empfang. Ups, gleich zwei kaputte Geräte? Erst mal habe ich alle nötigen Daten notiert, um weiter koppeln zu können. Dann meine Frau angerufen, ob sie mal googeln kann, um zu sehen, ob es Störungen im GPS - System gibt. Sie hatte dann spontan die clevere Idee, dass sie, wenn tatsächlich gleich beide Geräte bei mir ausgefallen seien, mir die Positionsmeldungen meines Trackers als Iridium SMS schicken könne. Aber was, wenn tatsächlich kein GPS-Signal mehr verfügbar sein sollte?
Ich bin, wie viele andere, so an dieses System gewöhnt, dass mir die Vorstellung schwer fällt, einen Landfall nach alter Väter Sitte zu machen. Dabei habe ich die Mittel dafür an Bord: Sextant, genaue Uhrzeit, nautische Tafeln und auf dem Laptop ein Astronavigationsprogramm. Was fehlt, ist jemand, der damit die Routine hat, um eine vertrauenserweckende Position zu bestimmen. Aber je länger meine beiden GPS Geräte hilflos blinkten, desto weniger dramatisch schien mir die Situation. Zwei, drei Tage könnte ich noch einen Kompaßkurs von 285 Grad steuern, ohne dass ich mir Sorgen machen müsste. Amerika würde mir rechtzeitig durch das Echolot angekündigt, das mir den weit vor die Küste reichenden Kontinentalsockel anzeigen würde. Neben Sextant und Koppelbesteck zur Positionsbestimmung gibt es dort weit vorgelagerte Seezeichen sowie andere Schiffe, von denen man die Position erfragen könnte.
Ich bin recht optimistisch, dass ich dort auch ohne GPS heile einen Hafen erreichen könnte. Nur dafür, dass ich genau in Newport landen würde, möchte ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Nach einer Stunde hatten meine beiden GPS Geräte wieder eine Position. Alles wieder gut. Mitten auf dem Meer ist so etwas natürlich harmlos. Was aber in den Situationen, in die man sich ohne GPS nie gebracht hätte? Zum Beispiel die Kombination von kein Radar, Nebel, Starkwind und Schärengewässer. Eine Stunde ohne GPS kann dann sehr lang werden. Ich bin jedenfalls froh, dass mein Vertrauen in GPS hier draußen gelitten hat. Mein Gennaker bringt mir einfach kein Glück. Vier Mal war er bislang oben, drei Mal landete er im Wasser. Zwei Mal, weil der Toppwirbel auseinander geflogen ist, heute wieder, weil der Halsstropp gerissen ist. Gut 95qm Tuch sorgen beim Einholen aus dem Wasser für lange Arme. Meine reichen gefühlt derzeit jedenfalls bis zum Boden. Sonst alles ok, heute ist der erste Tag mit Badehosenwetter...

Bilanz Tag 18: 170 Meilen über Grund,
166 Meilen aufs Ziel
Schäden: Halsstropp des Gennakers gerissen


Datum: 12.06.2009 15.21 Uhr

Tag 17 - Ostwind!
Heute Morgen habe ich backbord voraus ein Segel ausgemacht. Wahrscheinlich ist es Katie Miller mit ihrem Figaro "Bluqube". Eigentlich müsste sie einiges schneller sein als ich. Aber so bin ich für sie, was die "British Beagle" für mich ist: ein nerviges Ding, das eigentlich 200 Meilen achteraus sein müsste. Die Bedingungen sind gerade bestens. Nachdem ich mich die Nacht über mit dem Gennaker bei sehr wechselhaften Winden nach Westen gehangelt habe, geht es jetzt richtig voran. 15 bis 20 Knoten Wind aus Osten (!!), Schmetterling mit Groß und Klüver (nein, für große, bunte Segel bin ich bei so viel Wind nicht zu haben). Fahrt zwischen 7,5 und 8,5 Knoten. Nicht viel zu tun an Bord. Das Beste: wenn die Wettervorhersage zutrifft, dann bleibt mir dieser Wind noch fast 24 Stunden erhalten. Eben habe ich die letzte Scheibe einer Dose Brot gegessen, deren Haltbarkeitsdatum im August 2007 abgelaufen ist. Geschmeckt hat sie. Sollte ich mich hier morgen nicht melden,
war es vielleicht doch keine so gute Idee, die Dose leer zu machen.

Bilanz Tag 17: 142 Meilen über Grund,
138 Meilen aufs Ziel
Schäden: Toppwirbel des Gennakers (wieder) zerlegt,
Spifall hängt im Masttopp (Ersatzfall vorhanden)


Datum: 11.06.2009 14.47 Uhr

Sonnenschein!
Die Sonne scheint, halber Wind, 6 bis 7 Knoten auf der Logge. Herrlich! (und davon, dass der Gennaker wieder im Meer gelandet ist, lasse ich mir die Laune nicht verderben...)


Datum: 10.06.2009 19.39 Uhr


Tag 16 - Durchgebrannt

Gäbe es ein Gesetz zum Schutz von Pinnenpiloten, hätte ich mich strafbar gemacht. Der Kleine musste die letzten Wochen hart ran. Härter, als sein Hersteller erlaubt. Wenn ich ihn habe jaulen hören, kannte ich oft kein
Mitleid und habe nicht die Aries die Arbeit machen lassen. Deshalb wundert es mich nicht, dass er heute Morgen
von mir gegangen ist. Noch ein Zucken - Schubstange rein, Schubstange raus und dann war er nicht mehr. Eine
Autopsie hat ergeben, dass er einem "Burn Out Syndrom" erlegen sein muss. Jedenfalls roch sein kleines Elektroherz ganz verbrannt. Er hat ein kurzes, aber aufregendes Leben hinter sich. Welcher Autopilot kann dies schon von sich behaupten? In der mir eigenen Unbarmherzigkeit habe ich schnell Ersatz aus der Schachtel geholt und an die Pinne gehängt. Der jault jetzt genauso wie sein Vorgänger. Es wäre schön, wenn er bis Newport nicht damit aufhören würde. Lange habe ich mich gegen elektronische Seekarten gesträubt, nun habe ich welche an Bord. Es ist sehr praktisch, dass man sich die Wettervorhersage auch auf dem Bildschirm anzeigen lassen kann. Auf dem Bild unten sieht man, wie ich gegen 20 Knoten Wind ansegele. Doch täuscht der Friede, den diese Grafik suggeriert. Bei diesen Bedingungen schmerzt jede Welle, über die sich FANFAN! hinweg quält. Nur gut, dass Computer nicht seekrank werden können.

Bilanz Tag 16: 155 Meilen über Grund,
144 Meilen aufs Ziel
Schäden: Pinnenpilot durchgebrannt

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Datum: 10.06.2009 13.57 Uhr


Tag 15 - Drittelzeit
Knapp zwei Drittel der Strecke sind geschafft. Ich stehe gerade über den Neufundlandbänken, wo das Wasser mit 300 Metern schon wieder vergleichsweise flach ist. Nachdem einige Regen/Hagelschauer das Salz vom Boot gewaschen haben, kam die Sonne raus und ich konnte unter Vollzeug Richtung Ziel segeln. "Ach, ist das schön!" kam mir in den Kopf. Doch dann passierte das, was vor einigen Tagen schon einmal passiert ist. Eine sonore Stimme aus dem Nichts sprach zu mir: "Uwe, du Wurm! Segeln soll schön sein?! Du sitzt im Cockpit und freust dich des Lebens? Ich werde dir zeigen, was so ein Sünderlein wie du wirklich verdient hat!" Ja, fast genau so ist es gewesen. Nun bolzt FANFAN! gegen 20 Knoten Wind an, dass es nur so kracht. Segeln ist wirklich nicht immer schön.

Bilanz Tag 15: 128 Meilen über Grund,
119 Meilen aufs Ziel
Schäden: keine


Datum: 09.06.2009 13.41 Uhr

Mal was anderes
Ich habe mir gerade ein Dosenbrot mit "Entenleber Pâtê mit Sommertrüffeln" geschmiert. Auf der Zutatenliste steht: Entenleber 2%, Sommertrüffel 0,5% Dies ist doch als ob Nutella zu 98% aus Marmelade bestehen würde. Und sonst? Sonnenschein und kalter Nordwind. Äußerste Eisberggrenze knapp passiert.


Datum: 08.06.2009 14.56 Uhr


Tag 14 - Das Baro steigt wieder
Der 14. Tag war für die mittlere Gruppe des Feldes, zu der ich gehöre, eine anstrengende Prüfung. Wind zwischen 30 und 40 Knoten (mein Windmesser hat ein Maximum von 44 Knoten gespeichert) von vorne. Ich bin die meiste Zeit mit dem dritten Reff im Groß unterwegs gewesen. Zielgeschwindigkeit ein Knoten. FANFAN! hat ein paar Schläge von der See abbekommen, die sich buchstäblich gewaschen haben.
Es ist schon beeindruckend, wenn ein 9,5 Tonnen Boot von einer See erfasst, und mal so eben ein paar Meter nach Lee gesetzt wird. Wie sich wohl meine Mitstreiter in ihren GFK-Rennschüsseln gefühlt haben? In meinem Panzerkreuzer war ich sicher einer von denen, die sich am wenigsten Sorgen machen mussten, anstrengend war es trotzdem. Zumal jeder Auftritt im Cockpit oder an Deck mit einer Seewasserdusche verbunden war. Wer mehr als ich gewagt hat, konnte ordentlich Meilen gut machen. So liegt die "Dinah" inzwischen 100 Meilen vor mir, nachdem wir lange annähernd gleichauf waren. Tolle Leistung.
Genau mit Ende meines 14. Tages hat mein GPS Meilenzähler die 2.000 Ostar- Meile gezählt (die Logge noch 80 mehr aufgrund des Nordatlantikstroms). Dies ist ein Schnitt von 143 sm pro Tag oder 5,95 Knoten. Die Zielgeschwindigkeit betrug dabei 5,48 Knoten. Trotz Flaute und Gegenwindes war ich bislang schneller als erwartet und ich hoffe natürlich, dass es so bleibt. Die Voraussetzungen sind derzeit jedenfalls nicht schlecht. Bei steigendem Barometer und Sonnenschein macht FANFAN! 6 Knoten Richtung Ziel.

Bilanz Tag 14: 103 Meilen über Grund,
65 Meilen aufs Ziel
Schäden: Steuerleine der Aries durchgescheuert


Datum: 08.06.2009 14.29 Uhr

Keine guten Ideen
Meine Idee, die Sturmfock zu setzen war genau so eine Schnapsidee, wie die, einen Südkurs einzuschlagen. Die
Sturmfock war einfach zu viel Tuch zum Groß. In jedem Wellental dachte ich, dass das Boot auseinander fällt, zumal es in Böen bis 40 Knoten weht. Und da mich der Südkurs mein Ziel auch nicht näher gebracht hat, stampfe ich nun unter 3. Reff Richtung Nordwest. Mit 2 bis 3 Knoten zwar nur, aber dafür vergleichsweise komfortabel. Bevor ich an der Eisgrenze bin, soll der Wind dann endlich so weit gedreht haben, dass ich wieder Newport anliegen lassen kann. Bei diesem Wetter muss ich immer wieder an meinen Mitstreiter Gianfranco Tortolani und seinen Open 30 denken. Dieses Boot ist eine Art Surfbrett mit Schlupfkabine und der Mann ist 67. Wenn wir uns in Newport treffen sollten, werde ich mich ihm vor Bewunderung, dass er diesen Törn durchgestanden hat, vor die Füße werfen.


Datum: 07.06.2009 20.54 Uhr


Heiß die Segel!
So, die Sturmfock ist oben (die Vorschiffsdusche war recht warm diesmal, wahrscheinlich der Golfstrom). Zusammen mit dem 3. Reff im Groß geht es jetzt mit 5-6 Knoten voran. Leider nicht einmal annähernd in Richtung Ziel. Eine Wende würde mich aber ins Eisberggebiet führen. Dort sind zwar nicht mehr besonders viele Berge unterwegs, aber es reicht ja bekanntlich einer...


Datum: 07.06.2009 16.14 Uhr

Tag 13 - Knapp am Mastbruch vorbei?
Der 13. Tag brachte leichte Winde und entsprechend langsam war das Vorwärtskommen. Da die Wettervorherhsage 35 Knoten angekündigt hat, habe ich den Tag über klar Schiff gemacht und ein paar Stunden auf Vorrat geschlafen. Gegen Abend kam dann etwas Wind auf und ein versonnener Blick in den Mast führte zu einem Spontanausstoß von einem Liter Adrenalin. Einer der Drähte, die den Mast am Umfallen hindern war nicht da, wo er sein sollte (für Segler: das Backbordoberwant hatte sich aus der Nock der unteren Saling gelöst). Ich habe keine Ahnung von Riggs, möchte aber nicht ausschließen, dass so etwas das Vorpiel zu einem gediegenen Mastbruch sein kann. Handeln war also angesagt. Und das möglichst schnell, da in das von der Flaute noch ruhige Meer schon langsam wieder Leben kam. Ich bin dann hoch in den Mast (5 oder 6 Meter sind nichts zum Angeben, aber mir hat es gereicht) und mit Hammer und Schraubendreher habe ich das Want wieder dort verkeilt, wo es hingehört und die Sicherungsschraube (warum ist dort eine Schraube und kein Bolzen mit Splint!?), die sich gelöst hatte, wieder angezogen. Da ich mir bei der Aktion mit dem Schraubendreher in die Hand gestochen habe, gibt es jetzt eine dekorative Blutspur von der Salingsnock den Mast hinunter bis an Deck. Prima.
Die 35 Knoten Wind sind dann auch gekommen, was ein paar Meilen gebracht hat. Nach Durchzug der Front sprang der Wind binnen einer halben Stunde um und FANFAN! torkelte in einer konfusen See, in der die Segel mehr stützten, als antrieben. Jetzt habe ich, nein keine Flaute, sondern wieder 35 Knoten. Und zwar von vorne. Ich habe es mit Fock und 3. Reff probiert. Ging auch. Aber das Boot ist derart hart in die See eingesetzt, dass ich dachte, es knallt auf Beton. Den Regattamodus habe ich dann erst mal abgeschaltet. Sollen bitte andere ihre Boote zerlegen. Jetzt geht es nur mit dem 3. Reff langsam gegenan. Nun sitze ich am Navitisch, naß bis auf die Unterhose, und warte auf bessere Zeiten. Aber sonst ist Segeln ein prima Hobby....

Bilanz Tag 13: 108 Meilen über Grund,
85 Meilen aufs Ziel
Schäden: Oberwant aus Salingsnock gesprungen



Datum: 07.06.2009 14.28 Uhr

Besuch
Nur 10 Minuten nachdem ich mich gewundert habe, dass ich noch keine Delphine gesehen habe, waren drei Stück in meinem Kielwasser. Jetzt fehlt nur noch der springende Buckelwal...


Datum: 06.06.2009 15.38 Uhr

Plötzlich Flaute
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Datum: 06.06.2009 15.38 Uhr

Tag 12 - An der Grenze
Die Nacht war holperig. Ich musste gegen 25 Knoten Wind ansegeln (also über 30 Knoten auf der Anzeige) und hatte über Stunden einen Frachter in Sichtweite, der es offensichtlich überhaupt nicht eilig hatte, aus meiner Nähe zu verschwinden. Ich wollte ihn schon auf Kanal 16 anrufen und ihn auffordern, das militärische Sperrgebiet zu verlassen ("Here is USS FANFAN!"). Die Wettervorhersage für gestern sah anders aus. Und zwar so, dass ich raumen Wind haben sollte, während meine Mitstreiter weiter im Süden etwas auf die Nase bekommen sollten. Der Traum eines jeden Ostaristen also. Nun haben wir wohl alle was auf die Nase bekommen. Das Wetter hier ist der Breite entsprechend sehr wechselhaft. Dieser Umstand wird noch dadurch verstärkt, dass das Wettergeschehen von West noch Ost zieht, wir aber in Gegenrichtung segeln. So müssen wir einige Wettersysteme mehr passieren, als dies bei einem Kurs von West nach Ost der Fall wäre.
Mit einem Kurs von 240 Grad segele ich derzeit fast parallel zur Eisberggrenze. Erst in 200 Meilen ist der Weg nach Westen ganz frei. Anders als bei meinen vorherigen Reisen habe ich bislang keinen einzigen Delphin oder Wal gesehen. Dabei könnte mir ein springender Buckelwal durchaus den Tag retten. Vor allem, wenn es mir dann noch gelingen würde, den Sprung mit 24mm Brennweite formatfüllend für die Nachwelt festzuhalten...

Bilanz Tag 12: 139 Meilen über Grund,
116 Meilen aufs Ziel
Schäden: keine


Datum: 06.06.2009 14.26 Uhr

Wetterkapriolen
Das Wetter nervt. Das Eis nervt. Ok, jammern gilt nicht, so ist eben das OSTAR. Doch halt, einen habe ich noch: der Gegenstrom ist deutlich spürbar - Logge und GPS liegen derzeit 0,7 Knoten auseinander. Trotz Jammerverbots: 35 Knoten Wind auf die Nase und sich dabei an der Eisberggrenze vorbeihangeln müssen ja zumindest keinen Spaß machen. Im Moment ist es allerdings noch flau. Genauer gesagt herrscht mal wieder Flaute. Es handelt sich offenbar um eine Privatflaute, die die "Dinah" und die "Vijaya" genutzt haben, um mich zu überholen. Grrrr...
Doch die kommenden Tage sollen einiges an Wind bringen. Für die, die südlich von mir stehen sogar noch mehr,
als für mich. Vielleicht ist es interessant, wenn ich mal beschreibe, wie diese Zeilen ins Internet kommen:

1. ich hole mein Iridium Handy aus dem Notfallcontainer
2. da ich keine externe Antenne habe, nehme ich die standardmäßige Magnetfuß-Autoantenne und positioniere sie mit einem Foto-Klemmstativ so unter meiner Plexiglas-Sturmkuppel, dass das Handy guten Empfang anzeigt.
3. das Handy verbinde ich mit einem seriell zu USB Adapter mit meinem Laptop
4. mit einer speziellen Iridium Einwahlsoftware kann ich mein normales Mailprogramm und den Internet Explorer nutzen
5. diese Meldung wird als normale Email versandt und von einem CGI Script, das leider weder einen ordentlichen
Zeilenumbruch hinbekommt, noch meine Rechtschreibfehler korrigiert, in den Code dieser Seite konvertiert
6. alles wieder abbauen

Die Datenrate ist sehr gering und liegt auf Internet -Steinzeitniveau (die Software weist für eine Verbindungszeit von 210 Minuten einen Datentransfer von rund 800kb aus). Es kommt ab und zu zu Verbindungsproblemen, so dass man dann mit der Datenübertragung noch mal von vorne anfangen kann. Bei Minutenpreisen von etwas über einem Euro ein teures Vergnügen (eine Eiskarte hat 60kb, ein Wetterfile 20 bis 50kb).

Bilanz Tag 11: 126 Meilen über Grund, 106 Meilen aufs Ziel
Schäden: keine


Datum: 05.06.2009 13.36 Uhr
 

Wieder Wind
Aha, die neue Vorhersage sagt mir das Wetter voraus, das ich bereits habe. Jetzt geht es wieder Richtung Ziel. Am Ende des dreitägigen Vorhersagezeitraums stehen 30 Knoten aus Südwest. Die will ich nicht haben und setze auf die chronische Unzuverlässigkeit von Wetterberichten...
Eben ist eine Portugiesische Galeere an mir vorbei getrieben. Diese Quallen kommen eigentlich nur in warmen Meeren vor (das Meer hier ist kalt, wovon ich mich bei einer unfreiwilligen Vorschiffsdusche überzeugen konnte). Ich habe die Regatta mal für ein paar Minuten vergessen und bin eine Runde um das Tier herum gesegelt (so gut das bei kaum Wind eben ging). Meine Erklärung für die Qualle in diesen Breiten ist, dass sie mit dem Golfstrom hier in den Norden getrieben wurde, wo dann auch bald der Ofen für das Vieh aus sein dürfte.


Datum: 04.06.2009 16.28 Uhr


Tag 10 - Bergfest (fast)

Um 12.30 Uhr englische Zeit, genau meinem 10. Tag auf See, zeigte das GPS eine Großkreisentfernung zum Ziel von 1.430 sm an. Mit etwas Wohlwollen betrachtet ist dies die Hälfte der Regattadistanz. Bergfest! Neufundland ist sogar nur noch 600 Meilen entfernt. Ich war bis hier viel schneller als erwartet und erhofft. Solange das Wetter nicht völlig verrückt spielt, sollte eine Zeit von unter 25 Tagen drin sein.
Meine bislang recht zuverlässige Wettervorhersage liegt derzeit total daneben. Statt 10 Knoten Westwind habe ich 4 Knoten Südwind. Fahrt zwischen 1 und 2 Knoten. Schlagende Segel wegen kabbeliger Restsee. Zur Feier des Tages und in Ermangelung berichtenswerter Ereignisse anbei ein Foto, das mich beim heroischen Kampf mit 95qm Gennakertuch zeigt.

Bilanz Tag 10: 124 Meilen über Grund, 83 Meilen aufs Ziel
Schäden: Haltestift des Autopiloten (wieder) gebrochen

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Datum: 04.06.2009 13.58 Uhr

Tag 9 - Wo lang?
Meine Kurslinie führt nun auf die Neufundlandbänke zu und ich muss mich so langsam entscheiden, ob ich durch das eisberggefährdete Gebiet vor Neufundland segele oder nicht. Der Weg durchs Eis ist kürzer und hat weniger Gegenstrom als eine südlichere Route. Aber segeln im Eis kostet Nerven. Ich habe das schon mal ein paar Wochen lang gemacht und es war nicht gerade gesundheitsfördernd. Mal abgesehen davon, dass die Kollision mit einem Eisberg der Gesundheit auch vollends abträglich sein kann. Provisorisch habe ich mal einen Wegpunkt auf 44 Grad Nord gelegt. Das Feintuning mache ich dann kurz vorher, wenn ich mir eine Eiskarte besorgt habe.
Der vergangene Tag war meilenmäßig sehr erfreulich und auch mit dem Ranking bin ich ganz zufrieden. Dick Koopmans (der Sohn des gleichnamigen Yachtkonstrukteurs) und seine 35 Fuß lange "Jager" sind ein harter Fall für mich. Die "Jager" ist ein Wolf im Schafspelz. Sie sieht aus wie eine gemütliche Fahrtenyacht, ist aber unter Wasser eher ein Renner. Dick hat reichlich Regattaerfahrung und es ist schon beachtlich, wie er den Rennjachten im Feld an den Fersen klebt. Und ich bin froh, dass ich wieder fünf Meilen an ihm dran bin, nachdem er mir in der ersten Nacht entwischt ist.
Gerade ist es schwachwindig und bei 5 Knoten Wind mache ich unter Groß und Code 0 / Drifter (keine Ahnung, was die richtige Bezeichnung ist) 2,7 Knoten Fahrt. Bald müsste der Wind ganz weg sein und dann auf Süd umspringen. Dies sagen zumindest meine Grib-Daten voraus, die sich wider Erwarten bislang als sehr zuverlässig erwiesen haben (zumindest bis 48h).
Bis es soweit ist, mache ich hier fleißig klar Schiff, da in den Starkwindphasen eben doch viel an Bord unerledigt bleibt. Vielleicht bleibt dann ja noch Zeit, sich um das bärtige, ungewaschene Monster zu kümmern, das ich heute Morgen im Spiegel entdeckt habe.

Bilanz Tag 9: 167 Meilen über Grund, 159 Meilen aufs Ziel
Schäden: Halteschelle Spibaumbefestigung über Bord,
Iridium Antennenkabel gebrochen


Datum: 03.06.2009 14.37 Uhr


Tag 8 - Die Offenbarung

Da stand ich dann gestern unter meiner Plexiglaskuppel, habe nach draußen ins graue Nordatlantikelend geschaut und über die Swan 36 (siehe gestriger Bericht) nachgedacht. Plötzlich öffnete sich die Wolkendecke und ein Lichtstrahl fiel auf FANFAN!. Eine sonore Stimme sprach: "Uwe du Lusche! Willst du dich von diesem Boot, das von einem Skipper gesegelt wird, der noch nie einen Ozean alleine überquert hat, jagen lassen?! Uwe, ich befehle dir mehr Segel zu setzen!" Dann schloss sich die Wolkendecke und ich war wieder mit mir und dem Atlantik alleine. Ja ehrlich, fast so ist es gewesen. Ich tat also wir mir befohlen und rollte zusätzlich zur Fock meinen Klüver (23 Jahre alt und schon beim TWOSTAR 1986 dabei) zur Hälfte aus. FANFAN! dankte es mit Rumpfgeschwindigkeit. In den folgenden 12 Stunden habe ich fast 100 Meilen über Grund gemacht. Dies allerdings unter Bedingungen, die grenzwertig waren. Wenn das Boot über eine Welle gestolpert und angeluvt ist, schoss der Windanzeiger bis 35 Knoten hoch, die Segel fingen an zu schlagen und ich hatte Sorge, dass es mir das Rigg abschüttelt oder die Schothörner ausreißen. Trotzdem ein dickes Lob für meine Aries-Selbststeueranlage, das Ding ist Gold wert und ein paar Patzer pro Tag seien ihr nachgesehen. In der Nacht habe ich es dann ruhiger angehen lassen müssen, die Sorge, dass es kracht hätte mich kein Auge zu machen lassen. Immerhin sind es dann über Grund noch 186 Meilen und aufs Ziel 176 Meilen geworden. Die nächsten 12 Stunden sieht es windmäßig noch gut aus, danach soll es abflauen. Ein Tag mit 10 Knoten Wind, Sonne und ruhiger See - zu schön um wahr zu sein...

Bilanz Tag 8: 186 Meilen über Grund, 176 Meilen aufs Ziel
Schäden: keine


Datum: 02.06.2009 14.06 Uhr

Tag 7 - Drittelzeit
Das erste Drittel des Rennens liegt streckenmäßig hinter mir. In sieben Tagen habe ich über Grund 1.047 Meilen zurückgelegt (rund 150 sm pro Tag und 135 sm pro Tag auf das Ziel zu). Der vergangene Tag hat dabei 182 Meilen gebracht. Dass es so schnell ging, liegt weniger an meinem seglerischen Geschick, als an dem insgesamt günstigen Wetter, das die gesamte Flotte besonders schnell hat segeln lassen. Mit günstigem Wetter meine ich natürlich nur günstig was die Zielgeschwindigkeit betrifft. In der vergangenen Woche gab es zusammen nicht mal einen halben Tag, an dem ich das Segeln genießen konnte. Zu viel Wind, zu wenig, falsche Richtung, kabbelige See, Regen - das übliche Elend halt.
Gestern habe ich über UKW einen Rundruf gemacht und es hat sich die "Banjaard", eine Swan 36, gemeldet. "Hätte nicht gedacht, dass mein UKW so weit reicht." war mein erster Gedanke. Dies in der Überzeugung, dass die "Banjard" irgendwo weit hinter mir stehen müsste. Denkste. Der Positionsvergleich hat ergeben, dass die Swan gerade mal 11 Meilen hinter mir war. Der Wind nahm seit gestern immer mehr zu und statt meines kleinen
Pinnenpiloten, diesem kreischenden Winzling, musste die Aries das Ruder übernehmen. Nur unter Fock laufe ich bei 30 bis 35 Knoten und halbem Wind fast sieben Knoten. Mit dem dritten Reff im Groß könnten es auch ein, zwei Knoten mehr sein, aber dann bräuchte FANFAN! in den Böen eine helfende Hand an der Pinne. Unter den Vorzeichen, dass es im Cockpit derzeit alle paar Minuten ein kaltes Vollbad gibt, steht die aber nicht zur Verfügung. Dafür bin ich dann doch nicht Regattasegler genug. Mir hat schon mein Auftritt an Deck heute Morgen gereicht. FANFAN! hatte einige Breitseiten abbekommen, die über Deck gingen und das nicht sauber aufgetuchte Großsegel wieder abgetucht haben. Es hat eine Weile gedauert, bis alles wieder an seinem Platz war. Ich entschuldige meine mangelnde Einsatzbereitschaft vor mir selber damit, dass dieses Rennen noch so lange dauern wird, dass es keine schlechte Idee sein kann, mit seinen Kräften zu haushalten und das Material zu schonen. Da lasse ich mich dann eben von einer Swan 36 überholen. Auch wenn es dann doch etwas schmerzt.

Bilanz Tag 7: 182 Meilen über Grund, 173 sm zum Ziel.
Schäden: keine


Datum: 01.06.2009 14.42 Uhr

Tag 6 - Wer refft, verliert (aber nicht immer...)
Den gestrigen Tag über habe ich mir mit Marco Nannini und seiner Sigma 36 ein Rennen geliefert. Seine Yacht ist auf dem Papier gut 7% langsamer als FANFAN!, aber Marco ist ein Kämpfer. Nachdem mein Versuch, ihn mit dem Spi zu kriegen gescheitert war, habe ich es mit dem Gennaker probiert. Marco hatte einen großen Spi oben und so hat es einige Stunden gedauert, bis wir auf gleicher Höhe waren. Dann zerlegte sich der Toppwirbel meines Gennakers und das Segel landete im Bach. Als das Segel wieder stand, war Marco schon wieder weg. Also noch mal von vorn. Prima. Gegen Abend hatte ich ihn dann endlich wieder. Der Wind nahm dann so weit zu, dass es mir zu riskant schien mit dem Gennaker in die Nacht zu segeln. Also Segel runter, etwas abgefallen und mit ausgebaumtem Klüver weiter. Marco ließ den Spi oben und zog dann abermals an mir vorbei. "Marco, dieser Teufelskerl, mit der Segelfläche durch die Nacht. Würde ich mich nicht trauen." wollte ich gerade ins Logbuch schreiben, als er sich über Funk meldete. Sein Spi sei gerade in einer Böe geplatzt und das Segel irreparabel beschädigt, ließ er mich wissen. Da ist kein Platz für Schadenfreude, kann es doch jeden jederzeit erwischen. Vielleicht bin ich auch gleich dran. Mit der nicht gerade fotogenen Besegelung Klüver nach luv ausgebaumt und Fock in lee läuft FANFAN! gerade 8 bis 9 Knoten. Der Autopilot quält sich merklich und es wäre Zeit zu reffen. Aber die Geschwindigkeitsanzeige ist ein so erfreulicher Anblick, dass es mit dem Reffen noch Zeit hat. Möglicherweise bis es knallt.

Bilanz Tag 6: 156 Meilen über Grund. 150 sm zum Ziel.
Schäden: Toppwirbel des Gennakers


Datum: 31.05.2009 15.06 Uhr


Wie gewonnen, so zerronnen
Ganze 87 Meilen hat der letzte Tag gebracht, davon nur 61 Richtung Ziel. Mit 3,5 Knoten geht es derzeit Richtung Westen unter Groß und Gennaker. Eben stand noch der Spi, aber das hat nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Das Segel ist funkelnagelneu (rot mit einer großen 68) und war noch nie oben. Ein großer Fehler. Jedenfalls klemmt der Bergeschlauch hoch wie runter und der Vorlauf für den Schlauch am Segelkopf ist viel zu lang. Ist mir schon beim Segelmacher aufgefallen. Habe mich aber bequatschen lassen und jetzt habe ich ein Segel an Bord, das FANFAN! ein schlechteres Rating beschert hat, mir aber - wenn mir nicht noch was einfällt - wenig nützt.
Seit zwei Tagen habe ich heute Nacht zum ersten Mal einen Frachter gesehen, der mich in einigen hundert Metern Entfernung schließlich passiert hat. Durch den Radarwarner hatte sich das Schiff schon eine halbe Stunde vorher angekündigt.
Ich nutze das ruhige Wetter, um klar Schiff zu machen und die Batterien mit meinem kleinen Honda Generator wieder voll zu laden. Der bringt pro Liter Sprit weit mehr Amperestunden in die Batterie, als mein Bootsdiesel. Zwei Meilen vor mir ist die "British Beagle" von Marco Nannini. Zu dem kann ich nur sagen: Was erlauben Nannini?! Der müsste eigentlich ganz weit hinter mir sein, mit seinem kleinen Schleicher. Ist er aber nicht und ich habe Mühe, ihm an den Fersen zu bleiben.


Bilanz Tag 5: 87 Meilen über Grund.
Schäden: keine


Datum: 30.05.2009 14.33 Uhr

Vor der Flaute kommt die Front
Gerade geht eine Front durch. 25 Knoten Wind und FANFAN! bolzt wie gehabt gegenan. Danach soll es dann endlich schwachwindig werden. Eben beim Reffen des Großsegels ein Vollbad auf dem Vorschiff kassiert. Tja, hätte ich mir vorher mal eine Jacke angezogen... Spaß sieht anders aus.


Datum: 29.05.2009 20.26 Uhr

Tag 4 Viel hilft nicht viel
Tag 4 brachte über Grund sehr erfreuliche 183 Meilen, und die auch noch Richtung Ziel. Da wollte ich auf die harte Tour versuchen Meilen zu machen und habe viel Tuch stehen lassen. Klüver, Fock und Groß im 2. Reff. Ergebnis 8 Knoten, ein wilder Ritt und ein jaulender Autopilot. Dies war mir dann nach ein paar Stunden dann doch alles zu viel und ich habe die Fock weggenommen und noch ein Reff ins Groß gebunden. Ergebnis: 8 Knoten, ein halb so wilder Ritt und der Autopilot fand es auch ok.
Entgegen meiner gestern geäußerten Hoffnung, dass die Wettervorhersage für mich günstig bleibt, sieht es nun
nach schwachen Winden aus wechselnden Richtungen aus. Schwacher Wind wäre grundsätzlich kein Problem, doch stehen meine Leichtwindsegel nur, wenn sich das im Moment sehr unruhige Meer schnell beruhigt. Ansonsten heißt es dümpeln...
Wie ich höre, sind einige Yachten vor mir, die ich eigentlich hinter mir erwartet habe. Eine Erklärung dafür, die mich als Segler nicht schlecht dastehen läßt, habe ich trotz langem Überlegen leider nicht gefunden. Die sind einfach bislang besser als ich gesegelt. So einfach ist das. Einige Kandidaten haben ja leider inzwischen aufgeben müssen. Reini Gelder schrieb mir, dass ihm eine Verstagung des Mastes gebrochen ist. Anne Caseneuve hat einen Ruderschaden, Pip ein gebrochenes Want, Rob keinen Strom mehr und Paul Brant, man höre und staune, nichts mehr anzuziehen. Ihm sei seine einzige Garnitur Wetterkleidung in Fetzen gegangen, heißt es. Mir kann zwar noch einiges hier draußen passieren, am Ölzeugmangel wird mein OSTAR aller Wahrscheinlichkeit aber nicht scheitern. Ich habe fünf komplette Garnituren an Bord.

Bilanz Tag 4: 183 Meilen über Grund.
Schäden: Halteschelle des Radarmastes gebrochen


Datum: 29.05.2009 15.21 Uhr
 
Tag 3: Treibanker
Das Wetter ist etwas erträglicher geworden, weniger Wind und aus einer Richtung, dass ich den nächsten Wegpunkt auf der Neufundlandbank anliegen lassen kann. Die Nacht über hatte ich keinen Schiffsverkehr (zumindest hat der Radarwarner keinen gemeldet) und so konnte ich ENDLICH mal ein paar Stunden am Stück schlafen. Dass meine Koje am Fußende pitschnass ist, hat mich da kaum noch gestört. Grundsätzlich ist die Sache natürlich sehr ärgerlich und der Herr, der mir den Mast verkauft und gestellt hat, kann sicher sein, dass ich mich täglich auf sehr unerfreuliche Weise an ihn erinnere. Da der Bügel meines Bügelankers bei mir dazu dient, den Gennaker und den Code 0 anzuschlagen, habe ich den Anker im Bugbeschlag belassen. Da war er heute Morgen leider nicht mehr. Durch die Bolzerei gegenan hat er sich trotz doppelter Sicherung losgearbeitet sich Richtung Meeresgrund verabschiedet. Da ist er aber zum Glück nicht angekommen. Sicherung Nummer drei hat gegriffen und so habe ich den Anker an der Ankerleine unter dem Schiff mitgeschleppt. Wie lange? Keine Ahnung - ein paar Stunden bestimmt. Jetzt ist alles wieder an seinem Platz. Es ging die letzten drei Tage recht flott voran und über Grund habe ich in dieser Zeit eine Strecke von 439 Meilen zurück gelegt, also 146 pro Tag. Die nächsten zwei, drei Tage könnte das Wetter ebenfalls gute Etmale bringen, wenn es so kommt, wie meine GRIB-Files (Wettervorhersagedaten) in Aussicht stellen.

Bilanz Tag 3: 151 Meilen über Grund. Schäden: keine


Datum: 28.05.2009 15.31 Uhr

Der Ritt nach Westen Tag 2
Es ist weiter denkbar ungemütlich an Bord. Der Himmel ist grau, das Meer wirkt unfreundlich. Wären die Eissturmvögel, die ab und zu auftauchen, ein Stück größer, könnte ich auch auf der Südhalbkugel sein. Alles klebt, weil ich an Deck ein paar Salzwasserduschen abbekommen habe. Spaß macht das keinen hier. Wenigstens gibt der Radarwarner keinen Alarm mehr und die Sorge vor der Berufsschifffahrt ist nicht mehr so groß. Trotz der Abdichtbemühungen läuft durch den Mast etwas Wasser die Decke entlang. Pitsch, patsch schön in meine Koje. Ich habe hier an Bord keine Möglichkeit,s mir den Racetracker anzuschauen, weshalb ich per Iridium SMS von zu Hause aus so grob auf dem aktuellen Stand gehalten werde. Im Mittelfeld fühle ich mich ganz gut aufgehoben, zumal ich schon viele Meilen verschenkt habe. Manchmal bin ich einfach zu langsam mit dem Ausreffen, manchmal schalte ich bewusst einen Gang zurück, da ich Sorge habe, dass das Boot die Schläge nicht mehr aushält (wobei ich vermute, dass das Boot mehr verträgt als ich). In den nächsten 24 Stunden soll der Wind abnehmen und auf Süd drehen. Dann könnte ich mir endlich mal was Warmes zum essen machen und meine Sachen trocknen.

Bilanz Tag 2: 155 Meilen durchs Wasser, 141 über Grund und 113
näher zum Ziel. Schäden: Bootshaken über Bord, Haltepinn des
Autopiloten gebrochen


Datum: 27.05.2009 14.47 Uhr

Tag 1
Die Wettervorhersage für den Starttag war wieder einmal für die Katz. Statt raumer Wind gab es einen Am-Wind-Start bei einer leichten Brise mit vereinzelten Flautenlöchern. Der erste Einhand-Regattastart meines Lebens war ganz passabel. Ich bin in der Mitte des Feldes schön an der Luvtonne über die Linie gegangen. Zack den Code 0 ausgerollt und los ging es. Vom 50 Fuß Tri war da nur noch wenig zu sehen, der ist abgeschossen wie eine Rakete und kurz später war er ganz weg. Bis Einbruch der Dunkelheit bei Lizard Point hatte ich noch sieben der 31 Starter um mich herum, der Rest war weit vor oder hinter uns. Das einzige Mal während des Rennens konnten wir die Yachten so direkt vergleichen und FANFAN! hat sich wacker geschlagen. Vor den Scilly Islands briste es dann bis fast 30 Knoten aus NW auf. Ich bin dann mit dem 3. Reff im Groß langsam gegenan gesegelt, während die anderen Yachten mit denen ich, bzw. die mit mir Schritt gehalten hatten, eine nach der anderen an mir vorbei zogen. Kein schöner Anblick, plötzlich sechs Hecklichter vor sich zu haben. Aber die Bolzerei wollte ich dem Boot, aber vor allem mir nicht zumuten. Zumindest nicht am ersten Tag. "Don´t push hard in the first days!" war der Rat, den uns der Rennleiter in der Skipperbesprechung mitgegeben hatte. Vernünftig, wie ich finde. Aber dieser Rat hat mich nun auch 20 bis 30 Meilen gekostet. Diese Meilen haben sich die anderen aber hart erarbeitet und womöglich erlitten. Die erste Nacht wird jedenfalls wohl für alle Skipper recht elend gewesen sein. Vor allem für die, die in breiten Rennschüsseln mit ungeschützten Cockpits unterwegs sind. Inzwischen hat der Wind etwas abgeflaut und ich bin wieder im Regattamodus und segele gegen 20-25 Knoten Wind an. Heißa, das kracht!

Bilanz Tag 1: 143 Meilen durchs Wasser, 147 über Grund
und 120 näher zum Ziel. Schäden: keine


Datum: 26.05.2009 14.32 Uhr


Wetter
Zum letzten Mal vor dem Start kann ich nach der Wettervorhersage schauen. Es sieht nach Regen und einem Leichtwindstart mit achterlichem Wind aus. Spi "ja" oder "nein" wäre dann die Frage.


Datum: 25.05.2009 08.08 Uhr

Schöne Aussichten
Es gibt in Plymouth Menschen, denen sich aus ihrem Büro oder ihrer Wohnung ein Bild wie das unten bietet. Ich bin froh, dass ich aus meinem Büro auf den Parkplatz eines Baumarktes schaue. Dies hilft sicher besser gegen Fernweh, als die Aussicht aufs Meer.

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Datum: 24.05.2009 17.17 Uhr

Kunst
Das OSTAR hat einen offiziellen Maler. Auch FANFAN! ist schon verewigt worden. Leider hat Kunst ihren Preis. In diesem Fall 300 Pfund, also rund 340 Euro. Viel Geld. Ich überlege noch.

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Datum: 24.05.2009 17.12 Uhr

Letzte Vorbereitungen
Bei vielen laufen die letzten Vorbereitungen. Ich erzähle seit einer Woche jedem, der es hören will, dass ich fertig bin. Es würde mich nicht wundern, wenn ich fünf Minuten vor dem Start feststelle, dass ich doch noch etwas vergessen habe.

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Datum: 24.05.2009 17.12 Uhr

Briefing
Heute war das Skipperbriefing. Zwei Stunden Regeln, Wetter, Eis, Medizin. Danach haben wir die Tracker bekommen und die Freigabeerklärung des Clubs. Morgen um 11 Uhr müssen wir aus der Marina raus sein und um 12.30 Uhr wird die Startkanone abgefeuert. "Take no risk at the start! You are sailing a marathon!" waren die letzten Worte des Rennleiters.

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Datum: 24.05.2009 17.12 Uhr

Schnell
Der schnellste Mono im Feld ist ein Open 50, gesegelt von einem Franzosen. Auf den ersten Blick hat man den
Eindruck, dass das Boot zu einem guten Teil von Klebeband zusammen gehalten wird. Freundlich formuliert kann man von einem "gewissen Instandhaltungsrückstau" sprechen. Schön, dass es solche bunten Hunde gibt.

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Datum: 23.05.2009 08.13 Uhr

Für den Fall der Fälle
Das Notpaket ist fertig. Alles auf der Hundekoje verstaut und hoffentlich binnen 45 Sekunden im Cockpit: Rettungsinsel, Überlebensanzug, großer Schraubcontainer mit allerlei Nützlichem und ein kleiner Schraubcontainer mit Seenotsignalmitteln und meiner zweiten EPIRB.

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Datum: 22.05.2009 17.19 Uhr

An die Riemen!
Das Foto zeigt das Vorschiff eines meiner Mitstreiter. Er fährt dort zwei Riemen spazieren, wie man sie auf Rennruderbooten findet. Wenn kein Wind weht, will er rudern. Zwei Knoten sollen so drin sein. Rudern ist in den Rennanweisungen ausdrücklich erlaubt, mir aber dann doch zu anstrengend.

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Datum: 22.05.2009 17.19 Uhr


Da waren es nur noch...
Derzeit sieht es so aus, als ob am Montag 31 Yachten an den Start kommen. Gut fünfzig weniger, als auf der Voranmeldeliste standen. Wie heißt es so schön: Am schwierigsten ist es, überhaupt an den Start zu kommen. Vom Rating liegt FANFAN! an 16. Stelle, also genau in der Mitte. Der schnellste Mono, ein Open 50, hat ein 35% schnelleres Rating als FANFAN!, der langsamste wird nach IRC gut 20% langsamer als mein Boot gewertet.

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Datum: 22.05.2009 17.19 Uhr


Startlinie
Der Start des Rennens ist gut von einer Anhöhe namens “The Hoe” zu verfolgen. Zusätzlich sind im Hafen einige Gebiete den Zuschauerbooten zugewiesen. Ich hoffe auf wenig Wind am Starttag, damit es an der Startlinie nicht allzu turbulent wird.

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Datum: 22.05.2009 11.10 Uhr


Handytest
Ein Mitarbeiter des Clubs testet mein Iridium Satellitentelefon. Einmal pro Tag muss ich mich melden. Hört die Rennleitung 48 Stunden lang nichts von mir, werde ich zum Seenotfall erklärt.

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Datum: 21.05.2009 21.42 Uhr


TV an Bord
Rennleiter David Southwood im Cockpit von FANFAN! mit einem Reporter des englischen Fernsehens.

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Datum: 21.05.2009 15.04 Uhr



Bunter Haufen
Inzwischen sind fast alle Teilnehmer eingetroffen. Vom Schoner mit Dschunkenrigg bis zum Open 40 mit vier Meter Tiefgang reicht das Spektrum. Dazu kommt noch ein 50 Fuß Renntrimaran. Das Ungetüm ist rosa und liegt vor dem Hafen an einer Tonne, da es nicht in die Marina passt.

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Datum: 21.05.2009 15.04 Uhr


Äpfel?
Ich bin gerade dabei meinen Notfallcontainer zu packen. Was soll rein? Auf jeden Fall einige Tetra Paks mit Apfelmus. Die schmecken in der Rettungsinsel bestimmt prima.

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Datum: 21.05.2009 07.26 Uhr

Jung und willig
Am OSTAR nehmen nicht nur gesetzte Herren teil. Der jüngste Teilnehmer ist gerade mal 19 Jahre alt und segelt eine J105. Die Yacht von Oscar Mead und FANFAN! haben fast das gleiche Rating, theoretisch müssten wir also gleichzeitig in Newport ankommen. Ich würde aber sagen, dass in diesem Fall alle Theorie mehr als grau ist.

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Datum: 21.05.2009 07.26 Uhr

Race Office
Im Race Office kümmern sich einige überaus freundliche Damen um die Regattateilnehmer. An den Wänden des Clubs Bilder der Königin und ihres Gatten, Chichesters und anderer Prominenz aus der über 130 jährigen Geschichte des Royal Western Yacht Clubs.

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Datum: 20.05.2009 17.52 Uhr


Noch ein Veteran
Ein weiterer OSTAR Veteran ist der Italiener Gianfranco Tortolani. Mit einem zerbrechlich wirkenden Open 30, der aussieht wie ein etwas aufgepusteter Transat-Mini, geht er an den Start. Und dies mit 67 Jahren. Respekt.

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Datum: 20.05.2009 12.16 Uhr


 Rekordhalter

Das Foto unten zeigt Peter Crowther. Er hat beim OSTAR 1972 den bis heute nicht überbotenen Langsamkeitsrekord aufgestellt. Erst nach 88 Tagen hat er das Ziel erreicht. Dieses Mal will er mit seiner Swan 38 etwas schneller sein.

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Datum: 19.05.2009 15.06 Uhr

One question please...
So langsam kommt Leben in den Hafen und die ersten Medienvertreter suchen nach auskunftswilligen Opfern.

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Datum: 19.05.2009 15.05 Uhr

Eine nette Geste des Veranstalters
 
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Datum: 17.05.2009 20.59 Uhr


Viel Wind....

Während es im Hafen mit bis zu 40 Knoten weht, müssen andere raus und die Segel setzen. Auch wenn ich vor Plymouth gerne ein paar Schläge machen würde, bleibt FANFAN! fest vertäut. Viel Wind werde ich in den nächsten Monaten noch mehr als genug haben...

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Datum: 17.05.2009 20.59 Uhr

Basteltag
 
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Datum: 15.05.2009 17.28 Uhr


FANFAN! in Plymouth
 
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Datum: 14.05.2009 16.36 Uhr


moblog_5099d3beIm Kanal
Die Überführung nach Plymouth verlief schneller als erwartet. Ein bisweilen stürmischer Wind aus östlichen Richtungen trieb uns förmlich Richtung Zielhafen. Die besten 24 Stunden brachten eine Strecke von 214 Seemeilen - neuer FANFAN! Rekord. Bei einem Surf machte die Logge erst bei 17.8 Knoten Halt. Eine tolle Erfahrung. Das Boot liegt jetzt in Plymouth und wir bereiten alles für den Start am 25. vor.


Datum: 13.05.2009 16.07 Uhr

FANFAN! auf dem Weg nach Plymouth
Am 9. Mai bin ich mit meiner Überführungscrew von Cuxhaven aus Richtung Plymouth gestartet. Der Wind war zunächst flau und da ich gegenüber meinen Mitseglern vorher meine Bereitschaft zum "uneingeschränkten Motoreinsatz" verkündet hatte, lief die Maschine dann auch geschlagene 10 Stunden am Stück, bis etwas Wind aufkam. Wir stehen derzeit 20 Meilen nördlich von Ameland und ziehen bei leichtem Wind unter Drifter und Groß mit 4 Knoten nach Westen.


Datum: 10.05.2009 16.13 Uhr

FANFAN! im NOK
Heute habe ich den ersten Abschnitt des Kiel Kanals in Angriff genommen. Ich ankere gerade im Flemhuder See, da mich der stürmische Westwind 2 Knoten Fahrt kostet. Da warte ich lieber auf weniger Wind. Zudem muss ich mich erst mal von dem Schreck erholen, als der Motor just in dem Moment ausgefallen ist, als mich ein Tanker überholt hat. Mit viel Dussel ist die Sache gut gegangen.


Datum: 06.05.2009 13.59 Uhr

Mein neues Iridium Handy
Für das OSTAR ist vorgeschrieben, dass die Yachten mit einem Satellitentelefon ausgerüstet sind. Ich habe mich für ein Iridium 9505A entschieden. Für die auf insgesamt drei Monate veranschlagte Fahrt habe ich 950 Gesprächsminuten zur Verfügung. Macht also rund 10 Minuten pro Tag, die ich vorwiegend zum Versand von Emails und zum Empfang von Wetter- und Eisdaten verwenden möchte.


Datum: 02.05.2009 12.25 Uhr
 

Zu viel Eis für die Großkreisroute?
 
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Datum: 17.04.2009 09.57 Uhr



Ab ins Wasser...
 
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Datum: 15.04.2009 16.49 Uhr